Pferdefotoshooting vorbereiten: 8 praktische Tipps für entspannte Fotos mit deinem Pferd - und warum es dabei nicht um Perfektion geht
Ein Fotoshooting mit deinem Pferd ist keine Prüfung und kein perfekt durchgetakteter Termin. Es ist Zeit für euch beide – draußen, im Stall oder auf der Weide. Trotzdem machen sich viele Pferdebesitzer vorher Gedanken: Ist mein Pferd sauber genug? Bleibt es ruhig stehen? Was ziehe ich an?
Die kurze Antwort: Du musst kein perfektes Showpferd präsentieren. Die schönsten Fotos entstehen meistens dann, wenn Pferd und Mensch einfach sie selbst sein dürfen.
Ein bisschen Vorbereitung hilft trotzdem dabei, dass das Shooting entspannt abläuft. Die folgenden Tipps geben dir eine gute Orientierung, ohne dass du dich dabei unter Druck setzen musst.
Ein Pferdeshooting ist kein straff organisierter Ablauf – es ist ein Erlebnis. Und genau das möchte ich dir hier ein bisschen näherbringen: wie du dich darauf einstellen kannst, was dich erwartet und warum es gar nicht schlimm ist, wenn nicht alles nach Plan läuft. Wenn du mit zu viel Druck ins Shooting gehst, spürt dein Pferd das sofort. Dann siehst du die Anspannung in beiden Gesichtern – beim Tier genauso wie beim Menschen. Und das ist schade, weil Fotos dann nicht das zeigen, was euch eigentlich verbindet. Die schönsten Aufnahmen entstehen, wenn ihr einfach seid. Wenn du atmest, lachst, dein Pferd anfasst, ihm vertraust. Wenn es sich mal schüttelt, den Kopf zum x-ten Mal zum Grasen senkt oder sich kurz wegdreht, ist das kein Problem – das ist Leben. Das bist du mit deinem Pferd.
Ich sage das ganz bewusst: Pferde dürfen Pferd sein. Menschen dürfen sie selbst sein. Niemand muss hier Model spielen.
Ein bisschen Vorbereitung darf sein - deine 7 Tipps fürs Portraitshooting mit Pferd
1. Dein Pferd gründlich putzen, aber bitte ohne Kärcher-Allüren
Klar hilft’s, wenn das Pferd sauber ist. Es schaut nicht nur besser aus, ich fluche ehrlich gesagt dann auch weniger in der Nachbearbeitung. Aber sauber gekärchert muss das Pferd nicht werden – keine Sorge. Einmal gründlich putzen, Mähne und Schweif durchbürsten, Hufe auskratzen, vielleicht kurz mit dem Handschuh über das Fell gehen – fertig. Kein Hochglanz nötig.
Bei einem Schimmel im Offenstall darf das Prozedere natürlich etwas ausgiebiger ausfallen, aber dieser eine Fleck, den man dann doch nicht wegbekommt, stört nicht – ehrlich.
2. Halfter? Trense? Fotografenhalfter!
Halfter oder Trense dürfen ruhig schlicht sein. Grelle Farben oder aufwendige Muster lenken schnell ab. Aber auch ein besonderes Showhalfter, das edle Lederhalfter oder ähnliches kann schön was hermachen. Ganz besonders innig wirken häufig Bilder, auf denen keine Halfter oder Trensen sichtbar sind. Nachdem mehrere Hundert Kilogramm Lebendmasse jedoch selten wirklich brav Modeln und auch Sicherheit ein durchaus sehr großer Faktor sind darf hier aber in den meisten Fällen Photoshop Magie helfen. Dünne Knotenhalfter oder spezielle Shootinghalfter helfen hier enorm. Ich bringe übrigens auch dezente Shootinghalfter mit – falls du magst, probieren wir eins davon aus. Achte nur darauf, dass das Leder vorher gepflegt und nicht steif ist – staubiges oder glänzendes Leder wirkt auf Fotos schnell störend.
3. Kleider machen Leute - und schöne Bilder
Wenn du auch gemeinsam mit deinem Pferd fotografiert werden möchtest, lohnt sich ein kurzer Blick in den Kleiderschrank.
Gut funktionieren auf Fotos meistens:
gedeckte Farben
natürliche Materialien wie Strick, Leinen oder Jeans
ruhige, schlichte Schnitte
Große Logos oder auffällige Muster lenken schnell vom eigentlichen Motiv ab: dir und deinem Pferd.
Wenn du unsicher bist, findest du im Artikel Was zieh ich nur an? – Der Outfit-Guide für Pferde- und Hundeshootings eine ausführliche Orientierung.
4. Wechseloutfits erlauben nochmal einen zweiten Blickwinkel
Ein zweites Outfit oder eine zusätzliche Jacke kann sehr hilfreich sein.
Das hat mehrere Vorteile:
- du kannst unterschiedliche Bildstimmungen erzeugen
- ein Outfit bleibt sauber, falls im Stall etwas schiefgeht
- Wetterumschwünge sind kein Problem
Viele ziehen ihr Shooting-Outfit sogar erst kurz vor Beginn an – das spart Nerven.
5. kleine Helferchen vorbereiten
Ein paar einfache Dinge können beim Shooting sehr hilfreich sein:
- Leckerlis, um Aufmerksamkeit zu lenken
- eine Rascheltüte oder ein Geräusch, damit das Pferd kurz die Ohren spitzt
- gepflegtes Lederzeug, damit Ausrüstung nicht störend wirkt
Solche Kleinigkeiten machen das Fotografieren oft deutlich entspannter.
6. große Helferchen organisieren
Eine zusätzliche Person ist beim Pferdeshooting oft Gold wert.
Ein Helfer kann zum Beispiel:
- kurz eine Mähne richten
- ein Leckerli geben
- das Pferd halten
- Geräusche machen, damit es aufmerksam schaut
Das ist kein Muss – aber es erleichtert vieles.
7. Location und Ideen vorher kurz abstimmen
Hilfreich ist es, wenn ich vor dem Shooting einen kleinen Eindruck vom Stall oder der Umgebung bekomme.
Ein oder zwei Handyfotos reichen meist schon aus, damit ich einschätzen kann:
- wo schönes Licht fällt
- welche Hintergründe sich eignen
- ob wir besser in die Umgebung ausweichen
Wenn du selbst bestimmte Bildideen oder Stimmungen im Kopf hast, kannst du sie natürlich ebenfalls vorher teilen.
8. Genügend Zeit mitbringen
Am Shootingtag geht´s um euch - nicht um Perfektion
Ich arbeite immer ohne Zeitdruck. Auch wenn ein Shooting grob für eine bestimmte Dauer angesetzt ist, ist mir wichtiger, dass kein Druck entsteht. Wenn das bedeutet, dass wir ein paar Minuten länger brauchen – völlig in Ordnung. Der Ablauf richtet sich nach euch, nicht umgekehrt. Wenn das Pferd erst ankommen muss, machen wir genau das.
Und wenn’s mal nicht läuft? Kein Drama. Wir warten, atmen, reden ein bisschen – und meistens klappt’s genau dann.
Und wie geht´s jetzt weiter?
Wenn die Bilder alle im Kasten sind, Pferd und Equipment verräumt wurden, kommt fast immer die Frage: „Und wie geht’s jetzt weiter?“
Zuallererst kann ich dir – wenn du möchtest – bei einem Kaffee im Reiterstübchen gern einige meiner Printprodukte zeigen: feine Abzüge, Acrylwandbilder oder Alu-Verbundplatten. Viele unterschätzen, wie sehr ein gedrucktes Bild wirkt, wenn man es in der Hand hält. Es ist etwas anderes, als Fotos nur auf dem Handy durchzublättern. Natürlich ist das völlig optional – alles kann, nichts muss.
Nach dem Shooting beginne ich meist direkt mit der ersten Sichtung – ich bin genauso neugierig wie du, wie die Fotos geworden sind. Ich mache mehrere Auswahlrunden, optimiere die besten Bilder vor und stelle dir eine Online-Auswahlgalerie zusammen. Sobald du deine Galerie erhältst, hast du in Ruhe Zeit, deine Lieblingsbilder zu wählen. Wenn Fragen auftauchen oder du unsicher bist, welche Motive am besten wirken – schreib mir einfach. Wenn du die Auswahl lieber gemeinsam treffen möchtest, können wir das gern per Videocall machen. So bekommst du gleich Einblicke, wie deine Bilder am besten zur Geltung kommen.
Was wirklich zählt
Ein Pferdeshooting ist keine Prüfung, kein Leistungstermin und kein „Jetzt muss das klappen“-Moment. Es ist eine kleine Auszeit, in der du Zeit mit deinem Pferd verbringst – nur eben mit Kamera dabei. Ich begleite euch ruhig und aufmerksam, ohne Druck, ohne Zwang.
Es geht nicht um das perfekte Bild, sondern um eure Verbindung. Wenn du dich darauf einlässt, entstehen Fotos, die nicht nur schön aussehen – sondern sich echt anfühlen.
