Haflinger Stute und Frau mit Dirndl vor schwarzem Hintergrund

Wie du dein Pferd auf ein Fotoshooting vorbereitest - und warum es dabei nicht um Perfektion geht

Haflingerfohlen Hanuta vor einem Fotoshooting mit Ronja Wolf von Lupovision

Ein Fotoshooting mit Pferd ist etwas Besonderes. Es ist keine Pflichtaufgabe, sondern Zeit, die nur euch gehört. Viele Pferdemenschen machen sich im Vorfeld unglaublich viele Gedanken: Das Pferd soll sauber sein, aufmerksam schauen, am besten auch noch glänzen – und sich in jedem Moment vorzeigbar benehmen. Ich verstehe das, ehrlich. Aber genau dieser Anspruch macht oft den Zauber kaputt.

 

Ein Pferdeshooting ist kein straff organisierter Ablauf – es ist ein Erlebnis. Und genau das möchte ich dir hier ein bisschen näherbringen: wie du dich darauf einstellen kannst, was dich erwartet und warum es gar nicht schlimm ist, wenn nicht alles nach Plan läuft. Wenn du mit zu viel Druck ins Shooting gehst, spürt dein Pferd das sofort. Dann siehst du die Anspannung in beiden Gesichtern – beim Tier genauso wie beim Menschen. Und das ist schade, weil Fotos dann nicht das zeigen, was euch eigentlich verbindet. Die schönsten Aufnahmen entstehen, wenn ihr einfach seid. Wenn du atmest, lachst, dein Pferd anfasst, ihm vertraust. Wenn es sich mal schüttelt, den Kopf zum x-ten Mal zum Grasen senkt oder sich kurz wegdreht, ist das kein Problem – das ist Leben. Das bist du mit deinem Pferd.

Ich sage das ganz bewusst: Pferde dürfen Pferd sein. Menschen dürfen sie selbst sein. Niemand muss hier Model spielen.

 

Haflinger Hexe bei einem Spanischen Schritt während einem Fotoshooting mit Lupovision

Ein bisschen Vorbereitung darf sein - aber ohne Stress

Klar hilft’s, wenn das Pferd sauber ist. Es schaut nicht nur besser aus, ich fluche ehrlich gesagt dann auch weniger in der Nachbearbeitung. Aber sauber gekärchert muss das Pferd nicht werden – keine Sorge. Einmal gründlich putzen, Mähne und Schweif durchbürsten, Hufe auskratzen, vielleicht kurz mit dem Handschuh über das Fell gehen – fertig. Kein Hochglanz nötig. Bei einem Schimmel im Offenstall darf das Prozedere natürlich etwas ausgiebiger ausfallen, aber dieser eine Fleck, den man dann doch nicht wegbekommt, stört nicht – ehrlich.

 

Schimmel Charlie im Galopp bei einem Fotoshooting mit Lupovision

Halfter oder Trense dürfen ruhig schlicht sein. Grelle Farben oder aufwendige Muster lenken schnell ab. Aber auch ein besonderes Showhalfter, das edle Lederhalfter oder ähnliches kann schön was hermachen. Ganz besonders innig wirken häufig Bilder, auf denen keine Halfter oder Trensen sichtbar sind. Nachdem mehrere Hundert Kilogramm Lebendmasse jedoch selten wirklich brav Modeln und auch Sicherheit ein durchaus sehr großer Faktor sind darf hier aber in den meisten Fällen Photoshop Magie helfen. Dünne Knotenhalfter oder spezielle Shootinghalfter helfen hier enorm. Ich bringe übrigens auch dezente Shootinghalfter mit – falls du magst, probieren wir eins davon aus. Achte nur darauf, dass das Leder vorher gepflegt und nicht steif ist – staubiges oder glänzendes Leder wirkt auf Fotos schnell störend.

 

Outfitidee für ein Fotoshooting mit Pferd

Wenn du zusätzlich gemeinsame Portraits mit deinem Pferd möchtest, lohnt es sich, auch für dich selbst kurz über Kleidung nachzudenken. Ruhige, gedeckte Farben wirken auf Fotos am harmonischsten – besonders, wenn sie zum Pferd passen. Jeans, Strick, Leinen oder helle Stoffe funktionieren fast immer. Große Logos oder starke Muster sind meist zu dominant. Es geht nicht darum, dich „aufzuhübschen“, sondern dich so zu zeigen, wie du mit deinem Pferd wirklich bist – nur ein bisschen bewusster gewählt.

Ein zweites Outfit oder eine Jacke zum Wechseln ist nie verkehrt, vor allem, wenn das Wetter umschlägt oder wir verschiedene Stimmungen festhalten wollen. Vielleicht ziehst du dein Outfit auch erst direkt vor dem Shooting an – das reduziert das Risiko für Missgeschicke im Stall.

 

Ein paar praktische Dinge, die du vorbereiten kannst:

  • Leckerlis oder kleine Snacks bereit halten – sie helfen, Aufmerksamkeit zu lenken oder einen liebevollen Moment einzufangen.

  • Eine Rascheltüte oder andere kleine Geräuschhilfen können nützlich sein, wenn dein Pferd gerade nicht weiß, wohin es schauen soll.

  • Wenn das Pferd zu aufgedreht ist oder vorher lange gestanden hat, kann eine kurze Runde Longieren oder Laufenlassen für Ruhe sorgen. Bei manchen Typen führt das allerdings zum Gegenteil – du kennst dein Pferd am besten.

  • Lederzeug vorher reinigen und leicht einölen – stumpfes oder speckiges Material fällt im Bild auf.

  • Helfer sind Gold wert: Jemand, der kurz eine Mähne richtet, eine Decke hält oder ein Leckerli reicht, erleichtert vieles.

Was mir außerdem hilft: Wenn du mir vorab kurz sagst, wie es bei euch aussieht. Ein, zwei Handyfotos vom Stall oder der Weide reichen schon. Dann kann ich einschätzen, wo das Licht schön fällt oder welche Ecken sich besonders eignen – oder ob wir vielleicht besser in die Umgebung ausweichen. Und falls du schon Ideen hast – bestimmte Bilder oder Stimmungen, die dich ansprechen – schick sie mir gern. Ich richte mich danach, bringe aber auch eigene Vorschläge mit.

Am liebsten starten wir mit etwas, das dein Pferd kennt und mag: Weide, Hof, Stallgasse, Feldweg. Es braucht keine spektakuläre Location. Es braucht nur eine ruhige Atmosphäre.

 

Freundinnen mit ihren Reitbeteiligungen bei einem Fotoshooting

Am Shootingtag geht´s um euch - nicht um Perfektion

Ich arbeite immer ohne Zeitdruck. Auch wenn ein Shooting grob für eine bestimmte Dauer angesetzt ist, ist mir wichtiger, dass kein Druck entsteht. Wenn das bedeutet, dass wir ein paar Minuten länger brauchen – völlig in Ordnung. Der Ablauf richtet sich nach euch, nicht umgekehrt. Wenn das Pferd erst ankommen muss, machen wir genau das.

Araber Sabi im vollen Galopp bei Freilaufbildern bei einem Fotoshooting mit Lupovision

 Ich beobachte, wie es reagiert, und passe die Motive daran an. Meist starten wir mit ruhigen Portraits auf der Weide, dem Hof oder in der Umgebung – was möglich ist, ergibt sich ganz natürlich. Danach können, wenn du magst, auch gemeinsame Bilder entstehen – einfach Momente zwischen euch, ohne Druck. Bewegungsbilder machen wir, wenn dein Pferd Freude daran hat. Ob an der Longe, auf der Weide oder freilaufend – das entscheidet ihr beide. Bei jungen oder sensiblen Pferden ist weniger manchmal mehr. Das gilt übrigens auch für schwarze-Hintergrund-Aufnahmen: Wenn die Lichtverhältnisse passen, nehmen wir sie gern mit. Wenn nicht, erzwingen wir nichts.

Wenn du Helfer organisieren kannst, umso besser. Eine zusätzliche Hand, die mal eine Mähne richtet, Leckerlis bereithält oder mit einer Tüte raschelt, kann enorm helfen. Es geht aber auch ohne – wichtig ist nur, dass du dich wohlfühlst.

Und wenn’s mal nicht läuft? Kein Drama. Wir warten, atmen, reden ein bisschen – und meistens klappt’s genau dann.

 

Haflinger Hanuta bei einem Fotoshooting mit Lupovision

Und wie geht´s jetzt weiter?

Wenn die Bilder alle im Kasten sind, Pferd und Equipment verräumt wurden, kommt fast immer die Frage: „Und wie geht’s jetzt weiter?“

Zuallererst kann ich dir – wenn du möchtest – bei einem Kaffee im Reiterstübchen gern einige meiner Printprodukte zeigen: feine Abzüge, Acrylwandbilder oder Alu-Verbundplatten. Viele unterschätzen, wie sehr ein gedrucktes Bild wirkt, wenn man es in der Hand hält. Es ist etwas anderes, als Fotos nur auf dem Handy durchzublättern. Natürlich ist das völlig optional – alles kann, nichts muss.

Nach dem Shooting beginne ich meist direkt mit der ersten Sichtung – ich bin genauso neugierig wie du, wie die Fotos geworden sind. Ich mache mehrere Auswahlrunden, optimiere die besten Bilder vor und stelle dir eine Online-Auswahlgalerie zusammen. Sobald du deine Galerie erhältst, hast du in Ruhe Zeit, deine Lieblingsbilder zu wählen. Wenn Fragen auftauchen oder du unsicher bist, welche Motive am besten wirken – schreib mir einfach. Wenn du die Auswahl lieber gemeinsam treffen möchtest, können wir das gern per Videocall machen. So bekommst du gleich Einblicke, wie deine Bilder am besten zur Geltung kommen.

 

Was wirklich zählt

Ein Pferdeshooting ist keine Prüfung, kein Leistungstermin und kein „Jetzt muss das klappen“-Moment. Es ist eine kleine Auszeit, in der du Zeit mit deinem Pferd verbringst – nur eben mit Kamera dabei. Ich begleite euch ruhig und aufmerksam, ohne Druck, ohne Zwang.

Es geht nicht um das perfekte Bild, sondern um eure Verbindung. Wenn du dich darauf einlässt, entstehen Fotos, die nicht nur schön aussehen – sondern sich echt anfühlen.

 

Scheckstute Pille beim Pferdefotoshooting bei Schrobenhausen, Ronja Wolf von Lupovision
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